Cloudera räumt auf: Neues Geschäfts- und Lizenzmodell angekündigt

Cloudera bietet künftig keine kostenlose Version mehr an

Cloudera hat im Juli 2019 im Blog unter dem Titel „Our Commitment to Open Source Software“ angekündigt, den Sourcecode aller Produkte unter eine Open-Source-Lizenz zu stellen. Dazu gab es am 7. Februar 2020 nochmal ein Update. In den FAQ von Cloudera finden sich weitere Details zum geplanten Vorgehen und Infos dazu, was bereits umgesetzt wurde.

Cloudera folgt nicht dem Trend

Erst kürzlich haben Unternehmen wie MongoDB, Elastic und auch Confluent ihr Lizenzmodell angepasst, um sich gegenüber Amazon oder anderen SaaS-Firmen, die von Open Source profitieren, zu verteidigen. Cloudera hingegen versucht sich am Open-Source-Lizenzierungsmodell von Red Hat zu orientieren.

Alles Open Source

Cloudera verkündet, dass sie all ihre Produkte unter der Apache-2- oder AGPL-Lizenz veröffentlichen werden. Wobei der folgende Absatz darauf schließen lässt, dass nur zahlende Kunden Zugriff bekommen werden.

Ja, der Quellcode wird gemäß der geltenden Open-Source-Lizenz bereitgestellt. Kunden, die einen aktiven Abonnementvertrag für die CDP Private Cloud Software oder die CDP Data Center Software haben, haben die Möglichkeit, auf die von Cloudera gehosteten CDP-Quellcode-Repositories zuzugreifen.

Edit: Das folgende Statement wurde von Cloudera nachgereicht:

Bis Februar 2020 wird die gesamte Software von Cloudera unter der Open-Source-Apache-Lizenz oder der Affero-General-Public-Lizenz stehen. Jeder kann hier den Quellcode von öffentlichen Open-Source-Repositories herunterladen und den Quellcode gemäß den Open-Source-Lizenzen modifizieren und verwenden. Dies schließt auch die Produkte und Funktionen ein, die zuvor unter einer Closed-Source-Lizenz standen.

Clouderas Open-Source-Lizenz-Modell orientiert sich an dem Modell von Red Hat, das weltweit von tausenden Unternehmen akzeptiert wird. Cloudera strebt an, zukünftig Abonnements zu verkaufen, die Zugriff auf die kompilierte Software und den von Cloudera gehosteten Quellcode gewähren, aus dem sie entwickelt wurde.

Das bedeutet, dass man zwar Zugriff auf alle Quellen erhält, Cloudera aber keine Binärdateien zur Verfügung stellt. Es wird auch kein releasespezifischer Quellcode zur Verfügung gestellt. Es gibt immer noch einige Unklarheiten darüber, was das im Detail bedeutet.

Derzeit liefert Cloudera den Inhalt seiner Distribution in Form von Paketen (sowie RPM- und DEB-Paketen) aus.

Zahlende Kunden erhalten Zugriff auf all diese Quellen, vermutlich wird das durch eine Lizenzvereinbarung abgedeckt.

Die kostenlose Version wird es nicht mehr geben

Cloudera äußert sich:

Kunden und Entwickler können in Zukunft nur noch mit einem Abonnementvertrag auf die Cloudera-Produktwelt zugreifen. Es wird weiterhin kostenlose (nicht unterstützte) Abonnementvereinbarungen für Entwickler sowie kurzfristige Testabonnements geben.

Die kommerziellen Abonnements richten sich an Kunden, die Beratung, Support und Wartung wünschen, einschließlich Zugang zur Software mit den neuesten Updates und Sicherheitspatches.

Das heißt, es fehlen die aktuellen kostenlosen Versionen von CDH und HDP (oder dem zukünftigen CDP), denn man wird zukünftig für die Nutzung der Cloudera-Software einen kostenpflichtigen Abonnementvertrag benötigen. Nur Entwickler bzw. Kunden mit einem kurzfristigen Testabonnement können kostenlos auf die Produkte zugreifen.

In Anbetracht der Tatsache, dass Cloudera nach der Fusion mit Hortonworks keine Konkurrenz mehr im Bereich der Hadoop-Distributionen hat, scheint es so, dass alle, die derzeit Cloudera-Software einsetzen, ohne dafür zu bezahlen, keine andere Option haben, als bei der letzten kostenlosen Version zu bleiben, zu einem anderen System zu migrieren oder die gesamte Software selbst zu entwickeln, sobald der Quellcode veröffentlicht wurde.

Zusammenfassung:

  • Seit September 2019 gibt es keine kostenlosen Versionen der Hadoop-Distribution von Cloudera mehr.
  • Cloudera wird den Quellcode für seine derzeitigen Closed-Source-Produkte für jedermann zugänglich machen (Cloudera Manager, Cloudera Data Science Workbench, Navigator usw.).

Der Quellcode, den Cloudera für bestimmte Releases der eigenen Software verwendet, wird nur für zahlende Kunden verfügbar sein.

Was heißt das für uns?

Diese beiden Änderungen sind der Kern der Ankündigung.

Hoffentlich ist es der richtige Schritt für Cloudera, denn einige Nutzer, die derzeit die kostenlose Version nutzen, werden sich voraussichtlich für ein Abonnement entscheiden, anstatt ihre Infrastruktur zu ändern, was eine gute Nachricht für die Aktionäre (mich eingeschlossen) sein sollte.

Feedback ist immer willkommen

Ich bin an jeglicher Art von Feedback interessiert, egal ob Fehler oder Klarstellungen bezüglich meiner Interpretation. Wir sind auch an Kunden interessiert, die derzeit die kostenlose Version einsetzen und einen Wechsel zu einem Vanilla-Hadoop-Stack in Erwägung ziehen. Sprechen Sie mit uns über Ihre Anforderungen (Data Engineering/Data Science/Data Analytics).


Lars Francke

Als CTO bei Stackable setzt Lars seine langjährige Erfahrung im Big-Data-Umfeld ein, um ein Produkt zu bauen, das er sich für seine Kunden immer gewünscht hat. Seit über zehn Jahren ist Lars im Big-Data-Markt als Berater tätig und auch als Committer (z.B. Apache HBase, Apache Hive) in der Open-Source-Community aktiv. In dieser Zeit hat er über 50 Kunden betreut und Erfahrungen gesammelt, die jetzt in das Stackable-Produkt fließen.

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